[FEATURE] The Dark Knight of Steel & Robin Begins, Returns, Rises and Strikes Again Forever

compositesuperbat„Man of Steel“ sitzt mir noch immer in den Knochen. Der Film hat mir nicht gefallen. Vielleicht würde ein zweites Mal gucken etwas daran ändern. All zu bald werde ich das aber nicht angehen, da mich der Film wirklich genervt hat. Man steckt ja seinen Arm auch nicht absichtlich in eine Kiste voller Mücken! Hinterher tut es zwar nicht richtig weh, das Jucken nervt aber wie Sau! Eine Fortsetzung des Films war aber bereits geplant, als er in die Kinos kam. Und seit der San Diego Comic-Con neulich wissen wir auch in welche Richtung diese Fortsetzung gehen soll. Es wird wohl auf ein Zusammentreffen zwischen Superman und Batman hinauslaufen, das sich grob am Konzept aus Frank Millers „The Dark Knight Returns“ orientieren soll. Witzigerweise klingelte etwas in meinem Kopf, als ich neulich davon hörte. Aber von Anfang an.

nicolas_cage_supermanDer letzte Superman-Film der ersten Serie erschien im Jahre 1987. Durch die schlechte Qualität und die damit verbundenen miesen Einspielergebnisse wurde das Film-Franchise danach verständlicherweise wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Ich weiß nicht einmal, ob ich den 4. Superman-Film jemals gesehen habe. In den 1990er Jahren hörte man immer wieder, dass sich ein neuer Superman-Film in Produktion befinden sollte. Diese Versuche stellten sich aber immer wieder als Rohrkrepierer heraus. Tim Burton, der 2 erfolgreiche Batman-Filme inszeniert hatte, und der Nachwuchs-Drehbuchautor Kevin Smith — *hüstel* — sollten gemeinsam mit Nicolas Cage (sic!) in der Hauptrolle einen neuen Superman-Film realisieren. Sandra Bullock war als Lois Lane vorgesehen, Jack Nicholsen sollte Lex Luthor darstellen. Smith und Burton waren allerdings unzufrieden miteinander. Smith plante eine Story, die sich grob an „The Death and Return of Superman“ orientierte. Der Story, in der Superman im Kampf gegen das Monster Doomsday stirbt und wiederaufersteht. Zusätzlich problematisch war der Einfluss der Produktionsriege: Superman sollte kein Kostüm tragen dürfen, nicht fliegen sowie gegen einen Eisbären und einen riesigen Spinnenroboter kämpfen. Das ganze Projekt drohte darüberhinaus zu teuer zu werden, dazu kam der fast zeitgliche Start des neuen Star Wars Kapitels „Episode 1: The Dark Menace“, gegen den man mit Superman nicht antreten wollte. Smiths Drehbuch wurde in die Tonne getreten und J. J. Abrams wurde als neuer Regisseur angeheuert. Bereits damals wurden Namen wie Brendan Fraser, Josh Harntett, Ashton Kutcher und auch gewisser Henry Cavill für die Rolle des Superman gehandelt. Und wieder konnte man sich nicht wirklich für einen Darsteller entscheiden, woraufhin der inzwischen engagierte Regisseur Brett Rattner das Projekt fluchtartig verließ.

superman_returns4Viele weitere Namen hatten daraufhin mit diesem Filmprojekt zu tun. Unter der kurzzeitigen Führung von Wolfgang Peterson sollte Superman gegen einen kriminell gewordenen Batman antreten. Batman sollte hier von Christian Bale verkörpert werden. Unter anderem war Tom Cruise für die Rolle des Superman vorgesehen. Witzigerweise sollte Cruise einige Jahre später auch Tony Stark aka Iron Man spielen, was man Mitte der 2000er auch in den Comics sehen konnte. Der Tony Stark in „Extremis“ sieht Tom Cruise nicht unähnlich. Aber Peterson machte lieber „Troja“ und verließ das Projekt ebenfalls. Und Tom Cruise sprang wie ein Irrer auf irgendwelchen Talk Show Sofas herum und ruinierte beinahe gänzlich seine Karriere. Das Endergebnis dieser vielen Versuche war schließlich „Superman Returns“ aus dem Jahr 2006. Das Budget des Films wurde anfangs mit 260 – 270 Mio Dollar beziffert und man behauptete, einen der teuersten Filme aller Zeiten produziert zu haben. Tatsächlich wieß man später nach, dass ca. 40 Mio Dollar davon für die bisherigen unfertigen Filme draufgegangen waren. 40 Mio Dollar einfach so in die Luft geballert. Unterm Strich machte der Film dann sogar noch 200 Mio Dollar Verlust. Und kaum, dass er aus den Kinos verschwunden war, hörte man Gerüchte, dass man eine Fortsetzung unter dem Namen „Man of Steel“ plante. Diese Pläne wurden aber aufgrund des hohen finanziellen Verlusts und der schlechten Rezeption verworfen.

Unter Leitung von Christopher Nolan wurde währenddessen die „Dark Knight“-Trilogie produziert. Und im Gegensatz zum Kryptonier waren diese Filme allesamt echte Meisterwerke… wobei man das beim 3. Teil „The Dark Knight Rises“ durchaus noch mal diskutieren sollte. Die Trilogie war düster, schwermütig und actionreich. Und was bei Batman so gut funktioniert hatte, sollte nun auch Superman retten. Das Ergebnis war dann „Man of Steel“. Nach gerade einmal 7 Jahren verpasste man dem Superman-Filmfranchise einen Reboot, wohl um den langweiligen „Superman Returns“ vergessen zu machen. Und da Superman nicht alle Kinozuschauer einzeln küssen konnte, wurde dafür gesorgt, dass „Man of Steel“ mit seinen actiongeladenen Bildern alle schlechten Erinnerungen in den Köpfen der Fans löschte. „Man of Steel“ ist ein Action-Feuerwerk, es ist düster und schwermütig… und trifft damit den Kern der Superman-Comics nicht einmal im Ansatz.

„Man of Steel“ stellt aber nicht nur einen Reboot der Superman-Filme dar, sondern nach aktuellem Stand auch den ersten Film eines geplanten Filmuniversums, das schlussendlich in „Justice League“ münden und genau wie bei Marvel sämtliche DC-Helden sammeln soll. Durch den Erfolg, den Marvel mit seinem Cinematic Universe hatte, fühlt sich DC/Warner nun in Zugzwang. Im Superhelden-Kinomarkt steckt eine Menge Geld, da viele Kinozuschauer gerne Superhelden aller Art auf der Leinwand sehen möchten. Darum sind Anpassungen der Comic-Materie kein Problem. Was stört ein Filmstudio ein paar hunderttausend verärgerte Fans der Comic-Vorlage, wenn man dafür ein paar Millionen Kino-Zuschauer beglücken kann? „The Dark Knight“ und „The Avengers“ haben an den Kinokassen beide problemlos die Marke von 1 Mrd Dollar überschritten.

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Auf der letzten San Diego Comic-Con wurde also „Superman/Batman“ angekündigt. Das Konzept, das bereits für den Beginn der 2000er Jahre geplant war, wird jetzt wieder aus der Schublade geholt um einen komplett neuen Batman in diesem Universum zu installieren. Und das Universe Building wurde in „Man of Steel“ mit Wayne Enterprises Satteliten und LexCorp Trucks ja auch schon begonnen. Diese Pläne beäuge ich allerdings skeptisch. Nicht, dass ich es DC nicht zutraue, den Film bis dahin auch fertig zu bekommen und pünktlich ins Kino zu bringen. Viel mehr habe ich Angst, dass der Film genau so ein Rohrkrepierer wird wie es bisherige DC-Kinofilme wie „Green Lantern“, „Jonah Hex“ oder eben „Superman Returns“ waren. Daneben sind für 2016 ein Film über The Flash sowie für 2017 endlich der langerwartete Justice League-Film angesetzt. Seit vielen Jahren gibt es Pläne und Gerüchte zu Justice League-Filmen. Tatsächlich wurde das Projekt aber immer wieder auf Eis gelegt und dann doch wieder aus der Schublade geholt. Immer wieder wurden Jahreszahlen genannt, beim letzten Mal war noch von 2015 die Rede, jetzt ist eben 2017. Vielleicht treibt DC dieses Spiel noch bis in die 2020er Jahre!

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[SOURCE: valor1387.deviantart.com]

Mark Millar — bekannter und erfolgreicher Comic Autor und kreativer Berater für die Comic-Filmsparte bei Fox — sagte zum Thema „Justice League Film“ in etwa: „Der beste Weg, 200 Mio Dollar zu verbrennen!“. Eine Einschätzung, die ich durchaus teile! Ich will ja gar nicht über alle Maßen pessimistisch sein. Eigentlich sollte ich mich freuen, dass sich DC endlich auch im großen Stil traut seine Comics auf die Leinwand zu bringen. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser durch den Hudson River.

Justice Leaguers Assemble!

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